Was wir heute über das maligne Melanom wissen
Ein Überblick für interessierte Patientinnen und Patienten
Das maligne Melanom, häufig auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet, ist eine der aggressivsten Formen von Hautkrebs. In den letzten Jahren hat sich das Wissen über seine Entstehung, Diagnostik und Behandlung erheblich erweitert. Moderne Therapien haben die Prognose vieler Betroffener deutlich verbessert. Dieser Überblick fasst den aktuellen Stand der Erkenntnisse verständlich zusammen.
Epidemiologie
Das maligne Melanom zählt weltweit zu den am stärksten zunehmenden Krebserkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich etwa über 22.000 Menschen neu an einem Melanom. Seit Jahrzehnten nimmt die Häufigkeit kontinuierlich zu. Als wesentliche Ursachen gelten eine erhöhte UV-Belastung – insbesondere durch intensives Sonnenbaden und Sonnenbrände in der Kindheit – sowie ein verändertes Freizeitverhalten.
Besonders gefährdet sind Menschen mit:
- heller Haut und geringer Bräunungsfähigkeit
- vielen oder atypischen Leberflecken
- familiärer Vorbelastung
- früheren schweren Sonnenbränden
Diagnostik
Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für die Heilungschancen beim malignen Melanom.
Selbstuntersuchung der Haut
Regelmäßige Selbstkontrollen helfen, Veränderungen früh zu bemerken. Bewährt hat sich die ABCDE-Regel:
- Asymmetrie
- Begrenzung (unregelmäßig, unscharf)
- Color (unterschiedliche Farben)
- Durchmesser (meist > 5 mm)
- Evolution (Größen-, Farb- oder Formveränderung)
Dermatologische Untersuchung
Hautärztinnen und Hautärzte untersuchen verdächtige Hautveränderungen mit einem Dermatoskop. Dieses vergrößert die Hautstrukturen und ermöglicht eine genauere Beurteilung. Moderne digitale Verfahren können die Verlaufskontrolle zusätzlich unterstützen.
Gewebeuntersuchung (Biopsie)
Besteht der Verdacht auf ein Melanom, wird die auffällige Hautveränderung vollständig entfernt und feingeweblich untersucht. Nur so lässt sich die Diagnose sicher stellen.
Moderne therapeutische Möglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung sowie nach individuellen Faktoren.
Operative Therapie
Im frühen Stadium ist die vollständige chirurgische Entfernung des Melanoms in der Regel heilend. Der Tumor wird mit einem stadienabhängigen Sicherheitsabstand entfernt.
Immuntherapie
Die Immuntherapie hat die Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms grundlegend verändert. Sogenannte Checkpoint-Inhibitoren (z. B. Pembrolizumab oder Nivolumab) aktivieren das körpereigene Immunsystem gezielt gegen Krebszellen. Diese Therapie wird heute sowohl bei fortgeschrittener Erkrankung als auch unterstützend nach Operation eingesetzt.
Zielgerichtete Therapie
Bei Melanomen mit bestimmten genetischen Veränderungen, insbesondere einer BRAF-Mutation, kommen zielgerichtete Medikamente wie BRAF- und MEK-Inhibitoren (z. B. Dabrafenib und Trametinib) zum Einsatz.
Chemotherapie
Die klassische Chemotherapie spielt beim malignen Melanom heute nur noch eine untergeordnete Rolle und wird nur in Ausnahmefällen eingesetzt.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird gezielt eingesetzt, z. B. bei einzelnen Metastasen, bei nicht operablen Tumoren oder zur Linderung von Beschwerden.
Prognose in Abhängigkeit vom Krankheitsstadium
Die Heilungschancen hängen maßgeblich vom Stadium bei Diagnosestellung ab:
- Stadium 0 (in situ):
Auf die oberste Hautschicht begrenzt, nahezu 100 % Heilungschance. - Stadium I–II:
Auf die Haut beschränkt, aber mit zunehmender Tumordicke. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt je nach Ausprägung bei etwa 80–95 %. - Stadium III:
Befall regionaler Lymphknoten. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt heute – dank moderner Therapien – bei etwa 40–70 %, abhängig vom Substadium. - Stadium IV:
Fernabsiedelungen in anderen Organen. Zwar ist die Erkrankung nicht immer heilbar, jedoch haben Immun- und zielgerichtete Therapien die Überlebenschancen deutlich verbessert. Einige Patientinnen und Patienten erreichen langfristige Krankheitskontrolle oder leben viele Jahre mit guter Lebensqualität.
Fazit
Das maligne Melanom ist heute besser behandelbar als je zuvor. Entscheidend für eine gute Prognose sind eine frühe Diagnose, eine individuell angepasste Therapie und eine regelmäßige Nachsorge. Wer Veränderungen an der Haut bemerkt, sollte diese zeitnah dermatologisch abklären lassen.
******************************************************************************************************
Für Menschen, die bereits an einem malignen Melanom erkrankt sind und sich umfassend und aktuell informieren möchten, biete ich das Maligne Melanom-Dossier 2026, Ausgabe 1 an. Dieses Dossier ist kostenpflichtig und kann für 49,95 € (inkl. gesetzl MwSt.) bezogen werden.
Schreiben Sie eine email an info@doktor-miller.de mit dem Betreff: Melanom-Dossier 2026.
Themenübersicht: Maligne Melanom-Dossier 2026, Ausgabe1:
- Welche diagnostischen Möglichkeiten können das Staging, Restaging und Früherkennung von Metastasen, auch bei Hochrisiko-PatientInnen in frühen Stadien verbessern?
- Wie ist die Prognose bei verzögerter oder fehlerhafter Diagnose von mukosalen Melanomen im anorektal-, vaginal-, oropharyngeal-Bereich?
- Welche Bedeutung hat der Einsatz von genetischen und molekularen Biomarkern (z. B. Genexpressionsprofile, Immunmarker) auf die Prognoseabschätzung und die individuelle Therapie?
- Welche nachgewiesenen Mutationen sind entscheidend für den Einsatz gezielter, individueller Therapien?
- Welche Therapieoptionen gibt es bei seltenen Primärtumoren (Ösophagus, Lunge, Oropharynx) und wie ist das Überlebenspotenzial?
- Wie können langfristige krankheitsfreie Verläufe erreicht werden?
- Welche Therapieoptionen gibt es bei seltenen Lokalisationen (vaginal, penile, pulmonal, gastrointestinal)?
- Wie ist die Prognose gastrointestinaler Metastasen?
- Stand der Therapiestudien mit Tumorimpfstoffen beim malignen Melanom
- Wie ist der individuelle Vitamin-D-Status mit dem Risiko und der Prognose eines primären kutanen malignen Melanoms assoziiert?
- Wie hoch ist das absolute Risiko für das Auftreten eines zweiten primären Krebses nach einer Diagnose vom ersten primären malignen Melanom?
Autor: wm
