Gibt es ein zuverlässiges Screening zur Früherkennung eines malignen Melanoms?
Ja. Die frühzeitige Erkennung eines malignen Melanoms ist möglich – aber nicht durch einen einzelnen Bluttest oder ein Röntgenverfahren, sondern durch eine strukturierte ärztliche Hautuntersuchung.
Was ist der Goldstandard der Früherkennung?
Ärztliche Ganzkörper-Hautuntersuchung
Die gründliche Untersuchung der gesamten Haut durch eine geschulte Ärztin oder einen geschulten Arzt (meist Dermatolog:innen) ist derzeit das zuverlässigste und empfohlene Verfahren zur Früherkennung von schwarzem Hautkrebs.
Dabei werden:
- alle Muttermale und Pigmentflecken beurteilt
- auch schwer einsehbare Stellen (Rücken, Kopfhaut, Fußsohlen, Nägel) untersucht
- Veränderungen erkannt, bevor Symptome auftreten
Melanome, die früh entdeckt werden, sind in den meisten Fällen vollständig heilbar.
Welche Rolle spielt die Dermatoskopie?
„Vergrößerung mit Erfahrung“
Zusätzlich zur bloßen Betrachtung wird häufig ein Dermatoskop eingesetzt – ein spezielles Auflichtmikroskop.
Damit lassen sich:
- feine Strukturen unter der Hautoberfläche erkennen
- gutartige von verdächtigen Läsionen besser unterscheiden
- unnötige operative Eingriffe vermeiden
Die Dermatoskopie erhöht die diagnostische Sicherheit deutlich und ist heute Standard in der Hautkrebs-Früherkennung.
Was gilt für Menschen mit erhöhtem Risiko?
Manche Menschen haben ein erhöhtes Melanomrisiko, z. B.:
- sehr viele oder atypische Muttermale
- bereits durchgemachtes Melanom
- familiäre Vorbelastung
- helle Haut, Sonnenbrände in der Kindheit
Für diese Personen kann zusätzlich sinnvoll sein:
- digitale Fotodokumentation der gesamten Haut
- regelmäßige Verlaufskontrollen einzelner Muttermale über Monate oder Jahre
So können selbst sehr frühe, kaum sichtbare Veränderungen erkannt werden.
Was es derzeit nicht als Screening gibt
Kein Bluttest zur Früherkennung
Laborwerte oder Tumormarker sind für die Früherkennung ungeeignet und werden nur bei bereits bekannter Erkrankung eingesetzt.
Keine Bildgebung zur Vorsorge
CT, MRT oder PET sind nicht sinnvoll und nicht empfohlen, solange kein konkreter Verdacht besteht.
Apps ersetzen keine ärztliche Untersuchung
KI-basierte Haut-Apps können aufmerksam machen, aber keine ärztliche Diagnose ersetzen.
Was können Sie selbst tun?
Regelmäßige Selbstbeobachtung
Zwischen ärztlichen Untersuchungen ist es sinnvoll, die eigene Haut zu kennen:
- Gibt es neue Flecken?
- Verändert sich ein Muttermal?
- Wird etwas größer, dunkler, unregelmäßig?
Als Orientierung dient die ABCDE-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Farbe, Durchmesser, Entwicklung).
Auffälligkeiten sollten frühzeitig ärztlich abgeklärt werden – lieber einmal zu viel als zu spät.
Zusammenfassung in einem Satz
Die zuverlässigste Methode zur Früherkennung des malignen Melanoms ist die regelmäßige ärztliche Ganzkörper-Hautuntersuchung, idealerweise ergänzt durch Dermatoskopie; Bluttests oder bildgebende Verfahren sind hierfür derzeit nicht geeignet.
Autor: wm
