Eine große internationale Studie hat untersucht, wie verschiedene Ernährungsweisen mit dem Risiko für wichtige Hirnerkrankungen zusammenhängen – einschließlich Demenz, Schlaganfall, Depression, Angststörungen und Parkinson.
Studienaufbau
- Teilnehmer: Fast 170 000 Menschen ohne anfängliche Hirnerkrankung, deren Ernährungsgewohnheiten zu Beginn erfasst wurden.
- Beobachtungszeitraum: Mehrjährige Nachverfolgung, um zu sehen, welche Personen später Hirnerkrankungen entwickelten.
- Analysiert wurden 10 verschiedene Ernährungs-Muster, darunter bekannte gesunde Konzepte wie:
- Mediterrane Diät (MedDiet)
- MIND-Diät (speziell für Hirngesundheit)
- DASH-Diät (zur Blutdruckkontrolle)
- Pflanzenbasierte und andere gesunde Ernährungs-Indizes
- Ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPF) – als ungünstiger Vergleich.
Ergebnisse – Was hängt mit einem geringeren Hirnerkrankungs-Risiko zusammen?
Gesünder essen = geringeres Risiko
Ernährungsweisen, die reich an Gemüse, Obst, gesunden Fetten, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch sind, zeigten übergreifend eine Verbindung zu einem niedrigeren Risiko für verschiedene Hirnerkrankungen.
Besonders wirkungsvoll war dabei die MIND-Diät, die Elemente der mediterranen Ernährung mit Anforderungen kombiniert, die speziell für die neurokognitive Gesundheit gedacht sind.
Was kann dem Gehirn schaden?
Ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPF)
Eine hohe Zufuhr von stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertiggerichten, maßlos gesüßten Snacks, künstlichen Zusätzen oder Fast Food war mit einem deutlich höheren Risiko für Hirnerkrankungen verbunden.
Solche Lebensmittel können durch:
- Entzündungsprozesse im Körper verstärken
- Negative Stoffwechsel- oder Alterungsmechanismen fördern
und so langfristig dem Gehirn schaden.
Mögliche Mechanismen – Warum macht Ernährung einen Unterschied?
Die Forscher erklären einige potenzielle biologische Wege:
- Entzündungshemmung: Eine gesunde Ernährung senkt chronische Entzündungen, die im Gehirn mit Krankheiten wie Demenz in Verbindung stehen.
- Besserer Stoffwechsel: Positiv wirkende Ernährungsformen können biologische Prozesse verbessern, die für Gehirnfunktionen wichtig sind – etwa durch günstigere Blutfettwerte oder mehr antioxidative Wirkung.
- Langsameres biologisches Altern: Bestimmte Ernährungsweisen scheinen das Alterungsverfahren im Körper zu verlangsamen – ein Faktor, der insbesondere bei altersbedingten Hirnerkrankungen relevant ist.
Praktische Tipps für die tägliche Ernährung
Aus den Studienergebnissen lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:
- Mehr Gemüse & Obst – bunt und möglichst frisch
- Vollkorn statt raffiniertes Getreide
- Hülsenfrüchte und Nüsse regelmäßig
- Fisch & gesunde Fette (z. B. Olivenöl)
- Weniger stark verarbeitete Lebensmittel
- Weniger Zucker und raffinierte Kohlenhydrate
Diese Ernährungsprinzipien ähneln allgemein anerkannten Konzepten zur Förderung der Gehirn- und Herzgesundheit.
Fazit – Ernährung als Schlüssel zur Hirngesundheit
Die Ergebnisse dieser großen prospektiven Studie unterstreichen:
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann ein wichtiger Baustein sein, um das Risiko für Demenz, Depressionen, Schlaganfälle und andere Hirnerkrankungen zu senken.
Gleichzeitig zeigen sie, wie ungesunde Ernährungsgewohnheiten – besonders ein hoher Anteil an Ultra-Processed Foods – das Risiko erhöhen können.
Für Menschen, die ihre Gehirngesundheit aktiv unterstützen möchten, bieten solche Ernährungs-Strategien eine praktische und wissenschaftlich fundierte Grundlage.
Quelle: PubMed
