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Bluthochdruck – aktuelle Expertenmeinungen

Blood pressure measurement
US-amerikanische Herzspezialisten haben sich aktuell zu einigen „Mythen“ rund um die Behandlung von Bluthochdruck geäußert.

Was ist das beste Diuretikum (wasserausscheidendes Medikament)?
Weltweit am häufigsten wird HCT (Hydrochlorothiazid) eingesetzt, entweder als Einzelmittel oder in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern.
• Die Studienlage für HCT ist aber eher dürftig.
• Es ist ein schwacher Blutdrucksenker
• Die Wirkung von morgendlich eingenommenem HCT hält nicht über Nacht an
• Für HCT ist keine Reduktion von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Todesfällen belegt

Den Experten zur Folge ist Chlortalidon das Diuretikum der Wahl.
Auch bei bereits eingetretener Nierenbeteiligung (Niereninsuffizienz) ist Chlortalidon das Diuretikum der Wahl zur Senkung des erhöhten Blutdrucks.
Dabei ist die engmaschige Laborkontrolle von Kalium, Harnsäure, Natrium und Kreatinin zu beachten.

Betablocker sollten nicht als Erstsubstanzen zur Behandlung eines Bluthochdrucks eingesetzt werden. Die Studienlage dafür sei wenig überzeugend.

Kombinationen von ACE-Hemmern (z.B. Ramipril, etc) plus Sartanen (z.B. Telmisartan, etc) sollten der Vergangenheit angehören. Sie waren eine „Modeerscheinung“. Unter dieser sog. dualen RAS-Blockade konnte kein Vorteil hinsichtlich des Überlebens gesehen werden, das Risiko hinsichtlich einer Hyperkaliämie (zuviel Kalium im Blut) und eines Nierenversagens steigt jedoch in der dualen Kombination an.

Die oftmals noch geäußerte Behauptung „je niedriger der Blutdruck umso besser“ wird von den Experten nicht geteilt.

Die Frage, ob ein geringfügig erhöhter Blutdruck (milde Hypertonie, bis 159/99 mmHg) bei Menschen ohne begleitende Herzkreislaufprobleme (keine Arteriosklerose, keine Herzinsuffizienz) medikamentös gesenkt werden sollte, wurde aktuell von einer dänischen Forschergruppe untersucht.

FAZIT:
Es gibt dazu keine kontrollierten Studien, die im Sinne einer Primärprävention eine Aussage zulassen würden.

Der von den dänischen Forschern gewählte „Datenmix“ lässt keine validen Empfehlungen zu. Die Frage stellt sich, weshalb diese Studie dann gemacht wurde? Eventuell aus wirtschaftlichem Interesse?

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auch auf einen Beitrag von mir vom August 2012 (Link) auf dieser Plattform hinweisen.
(Winfried Miller)