BPHBei einer benignen (gutartigen) Prostatavergrößerung kommt es meistens zu einer Einengung der Harnröhre. Das Wasserlassen ist dadurch erschwert (es dauert – nach kurzer Zeit schon wieder – etc). Wenn die medikamentöse Therapie (Tabletten, Kapseln) ohne Erfolg waren, bleiben nur noch chirurgische Massnahmen.

Welche chirurgischen Optionen gibt es derzeit?

TURP
Die transurethrale Prostataresektion (TURP) galt viele Jahre als Methode der Wahl. Bei einer Prostatagröße von 30 bis 80 ml ist das nach wie vor eine gute Option. Dabei wird nur der unmittelbar um den Bereich der Harnröhre liegende Prostatabereich entfernt. Der Harnröhrenschließmuskel wird normalerweise geschont. Eine erneute Nachresektion ist selten nötig. Nicht so selten kommt es nach diesem Eingriff jedoch zu einer sogenannten retrograden Ejakulation, d.h., dass das Ejakulat beim Orgasmus nicht über die Harnröhre ausgestossen wird sondern direkt in die Harnblase.

Vaporisation (Verdampfung)
Mittels Greenline-Laser lassen sich damit größere Prostatavolumina über 40 ml verkleinern. Nicht geeignet sich Patienten mit vorbestehender Bestrahlungstherapie der Prostata (bei Prostatakarzinom) oder nach Brachytherapie mittels Seeds. Patienten mit einer HIV oder Hepatitis-C-Infektion dürfen/sollten damit nicht behandelt werden. Warum? Weil ein infektiöser Dampf/Staub beim Verdampfen entsteht, der für das OP-Personal gefährlich sein könnte.

Die Vaporisation erzielt ähnlich gute Ergebnisse wie die TURP. Vorteile: Kürzerer Krankenhausaufenthalt und es können auch Männer unter Blutgerinnungshemmer operiert werden.

Enukleation mit Holmium-Laser (HoLEP)
Wer ist für dieses neue Verfahren geeignet? Vor allem Männer mit relativ kleiner Prostata, die trotzdem spürbar die Harnröhre einengt sowie Männer, die psychische Probleme mit einer retrograden Ejakulation (wie häufig bei TURP) hätten.

Entscheidend bei allen operativen Verfahren ist, dass Sie sich einem Urologen anvertrauen, der in der gewählten Methode viele Erfahrungen gemacht hat. Persönlich würde ich deshalb nur in ein zertifiziertes Prostatazentrum gehen.
(Winfried Miller)