Emirates Airbus A380-861 A6-EER MUC 2015 01Wer frisch operiert ist, muss bis zum Urlaubsantritt mit dem Flieger einiges beachten.

Wer vor kurzem eine Operation im HNO-Bereich hinter sich gebracht hat, wird vermutlich Probleme mit dem Druckausgleich im Landeanflug bekommen. Starke Schmerzen, Schwindel bis hin zu Blutungen aus dem Ohr nach Ruptur des Trommelfells können die Folge eines sogenannten Barotraumas bei Problemen mit dem Druckausgleich sein. Wer trotz abschwellender Nasentropfen keinen Druckausgleich schafft, darf nicht fliegen!

Nach einer Tonsillektomie (Mandeloperation), nach einer Adenotomie (Rachenmandel-OP), nach einer Operation am Gaumenzäpfchen (Uvuloplastik bei Schnarchern) und nach Schönheits/Plastischen-Operation im Gesichtsbereich, wird nach internationaler flugmedizinischer Vereinbarung eine Wartezeit von mindestens 14 Tagen gefordert.

Wer eine Arthroskopie (z.B. Kniespiegelung) oder eine Bauchspiegelung hatte, muss bis mindestens 24 Stunden nach dem Ende des Eingriffs auf den Antritt seiner Flugreise warten. Der Grund sind Gasreste im Op-Bereich, die sich nach dem Start in der Höhe ausdehnen und dadurch zu Schmerzen bis hin zur Undichtigkeit von OP-Nähten führen können.

Komplett schließende Gipsverbände sollten vor Flugreiseantritt gespalten werden.

Wer eine Spinalanästhesie (Rückenmarksnarkose) bekommen hat, sollte ebenfalls mindestens eine Woche warten bis er die Flugreise antritt. Wegen der schwankenden Druckverhältnisse beim Flug kann es zu einer Leckage im Bereich der Punktionsstelle kommen.

Wer als frisch Operierter nicht mindestens eine Gehstrecke von 50 Metern gehen und nicht mindestens ein Stockwerk Treppen steigen kann, sollte nicht fliegen.

Airlines dürfen übrigens den Transport von Frischoperierten verweigern. Wenn Sie sich unsicher sind, dann setzen Sie sich rechtzeitig mit Ihrer Airline in Verbindung.
(WM)