Thyroid system

Die Schilddrüse hat im Konzert der hormonproduzierenden Drüsen eine herausgehobene Stellung. Bevor an die Rückführung von Sexualhormonen (Östrogene, Testosteron, Progesteron) in physiologische Bereiche gedacht wird, sollten unbedingt die Schilddrüsenwerte normalisiert werden.

Den Therapeuten steht an Diagnosewerkzeugen zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion primär eine Bestimmung der Hormone im Blut zur Verfügung.

Bestimmt werden sollten:

Routinemäßig:
TSH, fT3, fT4

Bei Verdacht auf eine mögliche Autoimmunerkrankung (z.B: Hashimoto-Thyreoiditis) sollten zusätzlich nachfolgende drei Werte (Autoantikörper) im Blut bestimmt werden:

MAK, TAK, TRAK

Vielfach wird in der Kassenarztpraxis lediglich das TSH als orientierender Wert bestimmt. Das kann zur Orientierung eventuell ausreichend sein, eine Autoimmunerkrankung im Anfangsstadium wird dadurch aber nicht entdeckt.

Wird ein TSH-Wert von über 2,0 gemessen, empfehle ich meinen Patienten eine Substitutionstherapie mit L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon). Vielfach werden TSH-Werte bis zu 3,5 ng/ml noch als „normal“ angesehen. Meiner Meinung nach befindet sich der Patient dann aber schon in einer Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose).

Typische Zeichen einer Hypothyreose (SD-Unterfunktion):

  • Fehlender Durst
    Graugelbliches Hautkolorit
    Haarausfall
    Teigige Schwellungen
    Trockene Haut
    Ekzeme an Ellbogen und Knien
    Vermindertes Schwitzen
    Verstopfung
    Gewichtszunahme

Für die effektive Therapie einer Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose) reicht normalerweise die Gabe von L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) aus. Im Unterschied zu den im „Beipackzettel“ der Schilddrüsenhormone hinterlegten Empfehlung, diese morgens, nüchtern zu nehmen, empfehle ich, Schilddrüsenhormone abends, beim ins Bett gehen einzunehmen.

Warum? Die Umwandlung von L-Thyroxin (T4) in das wirksame Hormon T3 dauert einige Stunden. Wenn das Hormon abends eingenommen wird, dann steht am Morgen genügend für einen guten Start des Stoffwechsels zur Verfügung (siehe Beitrag in der Ärztezeitung)

Ich gebe bei nachgewiesenem Selenmangel immer auch ein geeignetes Natrium-Selenitpräparat dazu. Selen ist für eine normale Funktion der Schilddrüse sehr wichtig. Wir leben in Deutschland in einem Selenmangelbereich, so dass ich nur sehr wenige Menschen kenne, die bei einer Laboruntersuchung einen physiologischen (normalen) Selenwert haben.

Wenn eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse nachgewiesen wurde (positive MAK, TAK oder/und TRAK-Werte), dann verbietet sich die Einnahme von Jod. Sehen Sie mal nach, wo überall Jod/Jodid enthalten ist (z.B. in Algenblättern beim Shushi, als E127 Erythrosin in Lebensmitteln etc.).

In seltenen Fällen gibt es Störungen in der Umwandlung von L-Thyroxin (T4) in das wirksame T3. Ihr Therapeut wird Ihnen dann ein geeignetes Hormonpräparat geben (Winfried Miller).