PLoSBiol4.e126.Fig6fNeuronWer an einem RLS – Restless-Legs-Syndrom leidet, der hat es nicht leicht, Außenstehenden das Ausmaß seines Leidens zu erklären. Mehr als 100.000 Menschen in Deutschland leiden an dieser Krankheit.

Welche Symptome/Beschwerden können auftreten?
Ein permanentes Ziehen, Reißen und Kribbeln in den Beinen wird als sehr belastendes Symptom von den Betroffenen berichtet. Diese Beschwerden können einseitig oder beidseitig auftreten. Wenn der Betroffene zur Ruhe kommen will und sich hinsetzt oder hinlegt, dann sind diese Symptome so dominant, dass nur durch ständige Bewegung der Beine die Beschwerden etwas gelindert werden können. An eine erholsame Nachtruhe ist dabei nicht zu denken. Aber auch unter Tags sind diese Symptome vorhanden, sobald eine sitzende Position eingenommen wird.

Was sind die Ursachen?
Man vermutet einen Defekt bei der Signalübertragung an den Nerven. Diese können vererbt sein (familiär gehäuftes Auftreten) oder erstmalig in einer Generation aufgrund einer anderen Grunderkrankung auftreten.

Welche Grunderkrankungen können ein RLS auslösen?
Dazu gehören
• Nierenfunktionsstörungen, die zur Dialyse führen
• Schilddrüsenstörungen
• Eisenmangelanämie
• Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis

Einige Medikamente können ein RLS auslösen oder die vorhandene Neigung dazu verstärken.
Dazu gehören
• Psychopharmaka (trizyklische Antidepressiva)
• Neuroleptika
• Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (z.B. MCP)
• Lithium
• Koffein

Wenn die Grunderkrankungen wirksam therapiert werden bzw. die auslösenden Medikamente abgesetzt werden, gehen die RLS-Symptome wieder zurück oder verschwinden.

In kleineren Studien wurden bei RLS-Patienten erniedrigte Vitamin D3-Spiegel im Blut festgestellt und die Gabe von Vitamin D3 wiederum linderte die RLS-Beschwerden. An diesen möglichen Zusammenhängen wird geforscht – und das kann dauern!

Was können Sie als RLS-Betroffene/r versuchen?
Sprechen Sie mit Ihrem betreuenden Arzt, ob es bei Ihnen Hindernisse (Kontraindikationen) für eine Vitamin D3-Einnahme gibt. Lassen Sie den 25-OH-Vitamin D3-Wert bestimmen (Kosten: ca. 20,- EUR). Wenn es keine Kontraindikationen gibt, versuchen Sie, in Absprache mit Ihrem Arzt, eine Vitamin D3-Einnahme in einer wöchentlichen Dosierung von 20.000 IE.
(WM)