Reumatoidalne zapalenie stawow 02
Bei einigen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist kurzzeitig und längerfristig eine Kortisontherapie hilfreich. So zumindest die offiziellen Empfehlungen der Fachgesellschaften.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen treten nicht nur als schmerzhafte Gelenkerkrankungen auf. Rheumatische Entzündungen können schmerzarm ablaufen, dabei aber beispielweise Arterien nachhaltig schädigen (z.B. Riesenzellarteriitis). Erblindung ist die unabwendbare Konsequenz!

Akute rheumatische Schübe können durch eine angepasste, kurzzeitige Kortisontherapie schneller unter Kontrolle gebracht werden. Das kennt jeder Betroffene.

Eine Startdosis von 20 mg Prednisolon pro Tag reicht beispielsweise bei Polymyalgia rheumatica (PMR) und rheumatoider Arthritis (RA) in der Regel aus.

Jeder Patient, der längerfristig Kortison bekommt, muss damit rechnen, dass er an Körpergewicht zulegt.

Das Osteoporoserisiko steigt unter einer längerfristigen Kortisontherapie deutlich an.
Ausreichende Vitamin D3-Gaben und Kalziumversorgung können diesem Risiko entgegenstehen. Vor Beginn einer längerfristigen Kortisontherapie sollte eine Knochendichtemessung durchgeführt werden.

Unter einer längerfristigen Kortisontherapie kann die Nebennierenrindenfunktion nachlassen: die körpereigene Hormonproduktion lässt nach. Dieses Risiko beginnt bereits aber einer 3-wöchigen Therapie mit 7,5 mg Prednisolon/Tag.

Ein bereits vor Kortisontherapie bestehender Bluthochdruck, ein Diabetes mellitus sowie ein Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) können sich während einer längerfristigen Kortisontherapie verschlechtern.

Bei längerfristiger Kortisontherapie sollte auf NSARs (Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen etc.) unbedingt verzichtet werden. Es besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Magen-Darm-Blutung (durch Ulzera).

Vor allem ältere Patienten haben unter einer längerfristigen Kortisontherapie ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Fazit: Eine kurzzeitige Kortisontherapie über wenige Tage ist sehr hilfreich (Entzündungen werden schnell reduziert), eine längerfristige Therapie mit Kortison hat meiner Meinung nach aber zu viele Nebenwirkungen. Im Sinne eines naturheilkundlichen Vorgehens plädiere ich in diesen Fällen für Maßnahmen aus der Ernährungsmedizin, der entzündungshemmenden Therapie mittels systemischer Enzymtherapie und anderer bewährten Optionen aus der Naturheilkunde. (Winfried Miller)