Heart and Soul nebulae
Klassische Herzprobleme wie
• KHK (Verengung der Herzkranzgefäße)
• Rhythmusstörungen
• Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
sind häufig mit psychischen Beschwerden und Hirnleistungsstörungen (kognitive Störungen) vergesellschaftet.

Chronische psychische Probleme sind eigenständige Risikofaktoren für die Entstehung einer Herzkrankheit bzw. können sie eine bestehende Herzkrankheit im Verlauf ungünstig beeinflussen. Durch eine manifeste Herzerkrankung können aber auch psychische Störungen erstmalig auftreten.

Welche Ursachen können die Entstehung einer KHK fördern?
• Rauchen
• Bluthochdruck
• Fettstoffwechselstörungen (v.a. vom Typ LDL 3-7)
• Niedriger sozialer und wirtschaftlicher Status
• Chronischer Dysstress am Arbeitsplatz
• Schichtarbeiten
• Chronische Angststörungen (Risikoerhöhung um 26%!)
• Depression

Herzrhythmusstörungen
• Angst- und Panikstörungen können Herzrhythmusstörungen auslösen
• 20% der Patienten entwickeln nach der Implantation eines Herzschrittmachers eine Depression oder Angststörung

Herzinsuffizienz
• Ca. 22% der Patienten mit einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden unter einer behandlungsbedürftigen Depression
• Nicht wenige Herzinsuffizienz-Patienten haben kognitive Störungen, wie
• Gedächtnisstörungen
• Verlangsamte Wahrnehmungs- und Beurteilungsgeschwindigkeit
• Probleme beim Bewältigen täglicher Verrichtungen (Planen, Ausführen etc.)
• Unsichere Einnahme von Herzmedikamenten als Folge der kognitiven Störungen

Die unselige Allianz von Herzerkrankungen und psychischen Problemen hat die Tendenz zur gegenseitigen Verstärkung.

Fazit: Die adäquate Therapie der organischen Herzbeschwerden ist das Eine, die individuelle Therapie der Psyche (Medikamente und/oder Psychotherapie) ist das Andere. Leider werden bei der medikamentösen Therapie der psychischen Probleme oftmals Substanzen eingesetzt, die sich hemmend auf die individuelle körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit auswirken. Das Erleben, durch diese Substanzen noch mehr „eingebremst“ zu werden, ist nicht hilfreich.
Eine Änderung der persönlichen Lebensbedingungen (Lebenshygiene) kann eventuell mehr Positives bewirken.
(Winfried Miller)