Votive offering in the shape of a bladder, Roman, 200 BCE-20 Wellcome L0058489
Bei den meisten Männern im fortgeschrittenen Alter (ohne vorausgegangene Operation an der Prostata) steckt bei einer Harninkontinenz eine gutartige Prostatavergrößerung ursächlich dahinter. Durch die Abflussbehinderung im Bereich des Blasenausgangs (Blasenhals) kann es zum Harnverhalten (Restharnbildung) kommen.

Die operativ tätigen Urologen bieten in diesen Fällen vielfach auch diesen älteren Männern noch eine Operation als Problemlösung an. Das Standardverfahren stellt die transurethrale Elektroresektion des Prostatagewebes dar. Dabei wird mittels einer Elektroschlinge das einengende Prostatagewebe durch einen Zugang durch die Harnröhre „abgehobelt“.

Wer im höheren Alter körperlich noch rüstig ist, kann diesen Eingriff durchaus gut überstehen. Es ist eine „blutige Sache“, da 200 – 400 ml Blut verloren gehen. Die Fähigkeit und die Erfahrung des Operateurs ist, wie bei allen chirurgischen Eingriffen, das wichtigste Kriterium für einen guten Ausgang des Eingriffs.
Wenn Sie sich einem derartigen Eingriff unterziehen lassen möchten, dann sollten Sie einen Urologen suchen, der diese Art von Eingriffen mehrmals pro Woche macht.
Das Sterberisiko bei dieser Operation liegt zwischen 1 – 3%.
Die Gesamtkomplikationsrate bei über 90-Jährigen liegt bei immerhin 40 Prozent!

Um den Blutverlust unter der Operation so gering wie möglich zu halten, wird zunehmend mittels Laser-Technologie operiert. Dazu stehen Holmium-Laser, Greenlight-Laser, Rotlicht-Laser oder Thulium-Laser zur Verfügung. In jedem Prostatazentrum wird inzwischen ein Lasersystem vorgehalten.

Einer der Vorteile der Laserchirurgie: Blutverdünnende Medikamente (ASS, Antikoagulanzien) müssen vor der OP nicht abgesetzt werden, da auftretende Blutungen gut gestillt werden können.

Andere Verfahren zur Verkleinerung der Engstelle am Blasenhals durch überschüssiges Prostatagewebe sind:
HIFU
TUMT
TUNA
Stents
Urolift
Ethanol-Injektionen
Botox-Injektionen

Die Datenlage dazu ist bisher noch nicht ausreichend, teilweise dürftig.
(Winfried Miller)