German advert for the treatment of hair loss Wellcome L0040431Wenn ein Patient in der Sprechstunde über vermehrten Haarverlust berichtet, sollte nach einem bewährten Schema vorgegangen werden:

Nachfolgende Fragen sollten geklärt werden:
• Sind schwere Erkrankungen vorhanden die als Ursache in Frage kommen?
• Sind Medikamente eine mögliche Ursache?
• Hat vor einigen Wochen/Monaten eine Heparintherapie stattgefunden?
• Sind Hormonpräparate an- oder abgesetzt worden?
• Besteht ein Eisenmangel?
• Besteht eine Schilddrüsenfunktionsstörung ?
• Wurde eine Lues-Erkrankung durchgemacht?

Die Behandlung erfolgt, je nach Ergebnissen, stets individuell angepasst. Das heißt, es müssen z.B. Medikamente geändert werden oder eine lokale Hormontherapie der Kopfhaut mit Estriol-haltigem bzw. Alfatradiol-haltigem Haarwasser begonnen werden. Schilddrüsenerkrankungen müssen funktionell ausgeglichen werden und ein Eisenmangel über Gabe von Tabletten behoben werden.

Therapie:
Bei androgenetischer Alopezie des Mannes:
Finasterid 1 mg
Minoxidil 5% als Lösung oder Schaum

Alopezia areata:

Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung.
Hormonanalysen, toxikologische Untersuchungen sind überflüssig und nicht zielführend. Da es sich um eine Immunsystemstörung handelt, sollte ein Immunstatus erhoben werden (Laboruntersuchung).

DCP = Diphencyprone, ein Kontaktallergen, soll über die Erzeugung einer lokalen Entzündungsreaktion der Kopfhaut (vermehrte Durchblutung?) ein Haarwachstum bewirken.
Dazu gibt es meines Erachtens aber natürlichere Methoden: z.B. regelmäßige Kopfhautmassagen und Einreibungen mit Kopfhaut-belebenden Substanzen wie Rosmarin-Haarwasser (z.B. von Weleda).
(Winfried Miller)