Fibromyalgie Tender Points mit Albrecht Dürer & Leonado da Vinci
Dieses Symptomenbild/Beschwerdebild gehört zu den Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Im März 2013 habe ich bereits auf dieser Plattform dazu einen Beitrag veröffentlicht (link)

Es handelt sich um chronische Schmerzen im Bereich der Muskulatur, ohne äußerlich erkennbare Ursachen (keine Rötungen, keine Entzündungszeichen, keine Schwellungen)

Fast immer sind Begleitsymptome vorhanden:
• Depressionen
• Schlafstörungen
• Stimmungsschwankungen
• Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
• Abgeschlagenheit
• Überforderungsgefühl
• Müdigkeit

Wie kann eine Fibromyalgie nachgewiesen werden?
Der Nachweis von mindestens drei der folgenden Symptome spricht für eine Fibromyalgie:

vegetative Symptome:
Dermographismus
Hyperhidrosis im Bereich der Hände
• kalte Hände
orthostatische Beschwerden
respiratorische Arrhythmie und Tremor
• trockener Mund

funktionelle Störungen:
Dysästhesien/Parästhesien
Dysmenorrhoe
Dysurie
• funktionelle Atembeschwerden
• funktionelle Herzbeschwerden
• gastrointestinale Störungen
• (z. B. Obstipation, Diarrhoe, Colon irritabile)
Globusgefühl
• Schlafstörungen

Die Diagnose „Fibromyalgie“ ist eine „Ausschlußdiagnose“, d.h., dass andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerdebildern (Symptomen) zuerst ausgeschlossen sein müssen, so dass dann nur noch die Fibromyalgie als Diagnose übrig bleibt.

Auszuschließende Erkrankungen sind:
• Borrelieninfektion
• Neuralgien infolge direkter Nervenreizungen (z.B. „eingeklemmter“ Nerv bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule)
• Neurologische Erkrankungen (MS)
• Krebserkrankungen
• Hormonelle Störungen/ Imbalancen
• Herz-/Kreislauferkrankungen
• Lungenerkrankungen
• Gynäkologisch/urologische Erkrankungen

Die Diagnose „Fibromyalgie“ wird wahrscheinlicher, wenn 11 von 18 „tender points“ druckschmerzhaft sind.

Es gibt keine typischen Laborwerte für Fibromyalgie! Trotzdem muss eine umfangreiche Laboruntersuchung in Auftrag gegeben werden um die Ausschlußdiagnosen (siehe oben) abzuklären.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Vor jeder Therapie sollte die Diagnostik stehen. Je nach Ergebnis der vorangehenden Untersuchungen wird eine individuelle Therapiemöglichkeit versucht werden.

Versucht werden deshalb, weil die meisten Fibromyalgie-Patienten schon eine Reihe an Therapieversuchen hinter sich haben.

• Klassische Therapieempfehlungen bei Fibromyalgie sind:
• Physiotherapie
• Entzündungshemmende Therapieoptionen (Antiphlogistika, Kortison) und schmerzlindernde Präparate (Analgetika)
• Salbenanwendungen
• Antidepressiva (sogenannte SSRI; beeinflussen den Serotonin-Spiegel im Gehirn)
• Johanniskrautpräparate
• Psychotherapie (Stressbewältigungsstrategien)
• Autogenes Training
• Yoga
• Basische Ernährungskonzepte

Im Rahmen der medikamentösen Therapie wird immer wieder auch Chininsulfat zur Muskelentspannung und schmerzstillenden Basistherapie empfohlen. In einer März 2014 veröffentlichten Bekanntmachung zur Arzneimittelsicherheit hat das BfArM (Bundesoberbehörde für Arzneimittel) für die Substanz Chininsulfat aktuelle Sicherheitsbedenken veröffentlicht.

Es kann zu schweren Blutbildveränderungen und zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen.

In meiner Praxis habe ich in der Zwischenzeit positive Erfahrungen mit der Empfehlung zur Einnahme von 5-HTP und einer Aminosäuren-Infusionstherapie machen können.
(Winfried Miller)