Blausen 0227 CholesterolAusdauersport senkt den LDL-Cholesterinspiegel um ca. 5%. Für Kraftsport mit wenig Gewichtauflage und häufigen Wiederholungen gelten ähnliche Prozentwerte. Auch der Triglyzeridspiegel gehen um ca. 5% zurück.
Das wünschenswerte HDL-Cholesterin erhöht sich dagegen um bis zu 10%.

Von klassisch-universitärer Seite (die sog. „Schulmedizin“) wird jedoch selbst Sportlern mit erhöhtem Gesamt-Cholesterin (HDL + LDL) die Einnahme von Cholesterinsenkern (sog. Statine) empfohlen. Das Problem dabei: Durch die sportlichen Aktivitäten gehen immer Muskelzellen zu Grunde. Nehmen Sportler noch zusätzlich Statine zur Cholesterinsenkung, dann erhöhen Sie den Grad der Muskel-bezogenen Nebenwirkungen der Statine.

Feststellen lässt sich das sehr einfach durch eine Blutuntersuchung. Die Bestimmung der CK (Kreatinkinase) im Serum zeigt schnell, ob unter einer Statintherapie ein zusätzlicher Muskelzellschaden auftritt. Dieser Effekt wird nach 4-6 Wochen Statintherapie im Labor messbar.

Was kann der sportlich Aktive unter einer Statintherapie an Symptomen bemerken?
Schnellere Muskelermüdung (besonders bei Frauen)
Wer Statine einnimmt, muss mit einer reduzierten Leistungssteigerung rechnen. Trainingseffekte können durch Statine behindert werden.

Nach den Leitlinien der Fachgesellschaften sind CK-Erhöhungen um bis zu 4-fach gegenüber der Norm „unproblematisch“. Wegen dieser „Statin-Myopathie“ müsse die Therapie nicht beendet werden. Erst ab einer 10-fachen Erhöhung des CK-Wertes gehen die „Alarmglocken“ an.

Problemlösung?
In meiner Praxis gehe ich folgendermaßen vor:
Wenn bei einer Laboruntersuchung ein LDL-Cholesterinwert von deutlich über 150 mg/dl festgestellt wird und eventuell zusätzliche Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose vorhanden sind (Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Entzündungen im Körper, v.a. silent inflammation), dann veranlasse ich eine spezielle Cholesterin-Untersuchung im Labor (Aufschlüsselung der LDL-Untergruppen 1-7). Dazu wird Nüchtern-Blut in ein Speziallabor geschickt.
Sollte sich bei dieser Untersuchung herausstellen, dass Arteriosklerose-fördernde LDL-Untergruppen vom Typ 3-7 vorhanden sind, dann diskutiere ich mit dem Patienten die Sinnhaftigkeit einer Statintherapie. Dazu habe ich bereits 2012 einen Beitrag geschrieben, den Sie hier lesen können.

Nachdem von den vielen Patienten mit hohem Gesamt-Cholesterin, vergleichsweise nur sehr wenige erhöhte LDL-Untergruppen 3-7 aufweisen, ist die Statintherapie in meiner Praxis sehr selten. Wenn doch notwendig, dann immer zusammen mit qualitativ hochwertigem und bioverfügbarem Q10!

Der neueste Trend in der Cholesterintherapie geht in Richtung Beeinflussung des LDL-Cholesterins durch Antikörper! Zwei Antikörper (Evolocumab und Alirocumab) sollen den LDL-Wert um bis zu 50% senken können. Ob damit aber auch eine Absenkung des Arteriosklerose-Risikos verbunden ist, muss noch in Studie geklärt werden. Bis dahin gilt: Eigenverantwortlich sich dem Thema stellen.
(Winfried Miller)