Metabolism1
Seien Sie ehrlich – haben Sie sich nicht auch schon oft gedacht, endlich den vielen Ratschlägen zur Entgiftung des Körpers von Schlacken etc. Folge zu leisten?

In allen Medien werden wir permanent daran erinnert, dass unser Organismus durch unser aktives Zutun von Müll jeglicher Art befreit werden muss. Wenn wir das vernachlässigen, würden akute und chronische Krankheiten drohen bis hin zum Tod.

Derartige Aussagen werden in der Regel immer von Personen, Institutionen oder Firmen gemacht, die uns etwas verkaufen möchten. Das geht von Präparaten, die wir regelmäßig einnehmen sollen, bis hin zu Geräten, die eine Entgiftung beschleunigen sollen.

Braucht unser Organismus derartige Unterstützungen?
Informieren wir uns doch zu allererst über die natürlichen, jedem menschlichen Organismus bekannten und eigenen Entgiftungsmöglichkeiten.

Egal, was Sie über die Nahrung zu sich nehmen (Essen & Trinken), was Sie sich auf die Haut schmieren, was Sie mit jedem Atemzug einatmen: Sobald es in den Körper aufgenommen wurde (resorbiert), wird es ziemlich schnell über die Blutzirkulation in die Leber gelangen.

Die Leber ist unser Aufbereitungs- und Entgiftungslabor. In den Leberzellen finden alle chemischen Prozesse statt um lebenswichtige Substanzen für unsere Körperzellen bereit zustellen (z.B. Glucose für das Gehirn). Die beim Zellstoffwechsel anfallenden Zwischen- und Endprodukte, die ohne physiologische Bedeutung für unseren Körper sind, werden durch ein seit vielen Jahrhundertausenden (evolutionäre Anpassung) bewährtes „Entsorgungssystem“ so umgebaut, dass eine Ausscheidung aus unserem Körper möglich ist.

Wie macht die Leber das?
Proteine (Eiweiße) werden z.B. in den Lysosomen der Leberzellen vollständig abgebaut.
Durch einen biochemischen Vorgang der Biotransformation genannt wird, werden körpereigene Hormone, zugeführte Medikamente und Stoffwechselzwischenprodukte zum Teil in eine aktive Form gebracht (z.B. Vitamin D3, T3-Schilddrüsenhormon), zum Teil werden Substanzen ausscheidbar gemacht. Das Erreichen einer guten Wasserlöslichkeit ist dabei eines der Hauptkriterien.

Die meisten Biotransformationen in den Leberzellen laufen nach einem zweiphasigen Prinzip ab.

In Stoffwechselprodukte und in von außen zugeführte Fremdstoffe (z.B. Medikamente) werden sogenannte funktionelle Gruppen eingebaut. Dazu verfügen die Leberzellen über eine spezielle Enzymausstattung. Durch Phase 1-Vorgänge werden diese Moleküle verkleinert und damit zum größten Teil schon inaktiviert (unschädlich gemacht). Diese derart vorbereiteten Moleküle werden einer Phase 2-Reaktion zugeführt. Dabei werden dem Ausscheidungskandidaten Moleküle angehängt, so dass ein wasserlösliches Ausscheidungsprodukt resultiert. Dieses kann dann über die Nieren, die Atemluft und über die Haut (Schwitzen) ausgeschieden werden.

Was nicht wasserlöslich gemacht werden kann, wird über die Gallenflüssigkeit als fettlösliches Ausscheidungsprodukt in den Darm gelangen und zum Teil in unteren Darmabschnitten wieder zurückresorbiert werden. Wenn man die Rückresorption von fettlöslichen Abbauprodukten der Leber verhindern möchte/muss, dann gelingt das z.B. ganz gut mit dem regelmäßigen Verzehr von Haferkleie.

Wenn Sie Ihr wichtigstes Entgiftungslabor „Ihre Leber“ bei deren Arbeit unterstützen möchten, dann sollten Sie folgende, kostengünstige Ratschläge beachten:

Obst und Gemüse• Trinken Sie pro Tag 2,0 Liter Wasser, damit die Nierenausscheidung funktioniert
• Trinken Sie wenig Alkohol (verzögert die Phase-1- und -2–Reaktionen)
• Fördern Sie das Schwitzen (Sport, Sauna)
• Fördern Sie den Gallefluss durch Verzehr von galletreibenden Lebensmitteln:
o Artischocke
o Kurkuma
o Löwenzahn
o Pfefferminze
o Schafgarbe
• Sorgen Sie für eine physiologische Darmflora (Lassen Sie dazu Ihren Stuhl untersuchen!)
• Sorgen Sie für täglichen Stuhlgang (reduziert die Rückresorption von Ausscheidungsprodukten)
• Fördern Sie die Phase-2-Entgiftungsreaktionen in den Leberzellen durch regelmäßigen Verzehr von:
o Brokkoli
o Leinsamen
o Kohlgemüsen
o Rettich, Radieschen, Brunnenkresse, Meerrettich

Essen Sie regelmäßig möglichst naturbelassene Gemüse (z.B. Rohkost oder kurz gegarte Gemüse) und Obst in allen Farben (grün, rot, gelb, blau)

Übrigens! „Schlacken“ im Organismus werden Sie vergeblich suchen. Es gibt sie schlichtweg nicht! Wenn Sie einen ausbalancierten Flüssigkeitshaushalt haben, dann sind die sogenannten Zwischenzellbereiche (sog. Pischinger-Raum) im Sol-Zustand und damit kein Ort von „Ablagerungen“.

FAZIT: Sparen Sie Ihr Geld für den Kauf von frischen Lebensmitteln!
Nutzen Sie die körpereigenen „Entgiftungsstrategien“ und fördern Sie diese durch den Verzehr von geeigneten Lebensmitteln!
(Winfried Miller)