Was Sie allgemein zum Thema Darmgesundheit wissen sollten:

  • Buttersäure, eine durch die Darmbakterien produzierte Fettsäure, verstärkt beispielsweise die Blut-Hirn-Schranke, indem sie die Verbindungen zwischen den Zellen festigt.

 

  • Die kurzkettige Fettsäure Butyrat/Buttersäure wird von Darmbakterien gebildet und ist die Hauptenergiequelle der Darmzellen. Daneben steuert Butyrat auch die immunologischen Abwehrkräfte des Darms und beeinflusst verschiedene Stoffwechselwege im ganzen Körper, zum Beispiel in der Leber oder im Gehirn.

 

  • Ein chronischer Mangel an Butyrat steht in Verbindung mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem erhöht ein Mangel das Risiko von Infektionskrankheiten im Darm.

 

  • Dass Darmbakterien auf den Neurotransmitterspiegel Einfluss nehmen und auf diese Weise mit Neuronen im Gehirn kommunizieren können.

 

  • Dass bestimmte Metaboliten/Stoffwechselprodukte der Bakterien im Darm die Serotoninproduktion der Zellen in der Dickdarmwand unterstützen

 

  • Dass die Darmzellen etwa 60 Prozent des peripheren Serotonins in Mäusen, im Menschen sogar mehr als 90 Prozent produzieren

 

  • Antibiotikatherapie könnte eventl. die natürliche Serotoninproduktion im Darm verringern

 

Forschungsergebnisse des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig

  • Bei ihren Untersuchungen stellte das Team um Dr. Marius Vital fest, dass im Durchschnitt über 20 verschiedene Butyrat-bildende Arten im Darm einer Person zu finden sind, die sich Umweltbedingungen gezielt anpassen können

 

  • Des Weiteren habe die Analyse bestätigt, dass ein Mangel an Butyrat-bildenden Bakterien mit diversen Volkskrankheiten wie Diabetes, Atherosklerose oder Fettleibigkeit in Verbindung stehen, berichtet das HZI.

 

  • Auch die Ernährung zeige einen Einfluss auf das Vorhandensein von Butyrat-bildenden Bakterien, die bei pflanzenhaltiger Ernährung zunehmen – im Vergleich zu einem übermäßigem Verzehr von fleischhaltigen Nahrungsmitteln

 

Forschungsergebnisse der Universität Freiburg i. Breisgau

  • „Für ein gut funktionierendes Gehirn brauchen Sie ein intaktes Darmsystem, denn der Darm nährt das Gehirn“, weiß auch Prof. Marco Prinz, Neuropathologe am Uni-Klinikum Freiburg.

 

  • Die Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben die Immunabwehr des Gehirns genau untersucht. Das Fazit: Die Immunzellen im Gehirn funktionieren nur dann, wenn die Darmbakterien sie mit bestimmten Substanzen füttern. „Ohne kurzkettige Fettsäuren verkümmern die Immunzellen, die Mikroglia, des Gehirns regelrecht“.

 

Zum Thema Leaky-gut-Syndrom

 Ein Leaky Gut-Syndroms kann bei folgenden Symptomen/Krankheiten gefunden werden:

  • allergischen Erkrankungen – IgE („echte Allergie“) und IgG4 (Unverträglichkeiten)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Abdominalerkrankungen
  • insulinabhängigem Diabetes mellitus, metabolischem Syndrom
  • Fettleber
  • Silent inflammation

 

Zum Thema Firmicutes – Ursache für Adipositas/Übergewicht?

Quelle: https://biomes.world

Das sind die kleinen Dickmacker in Ihrem Darm

Firmicutes sind die Streber unter den Bakterien. Sie arbeiten höchst akribisch und ziehen aus deinen Mahlzeiten jeden noch so winzigen Nährstoff heraus. Das führt dazu, dass du mehr Kalorien aufnimmst, als du eigentlich möchtest. Am liebsten mögen sie Fett und Zucker und danach verlangen sie vehement. Das bewirkt, dass auch du großen Appetit auf Süßes und Fettiges hast. Ein Teufelskreis! So absurd es klingt, aber die Firmicutes-Bakterien wollen nicht, dass du verhungerst, darum sollen deine Fettzellen auch prall gefüllt sein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei übergewichtigen Menschen besonders viele Firmicutes in der Darmflora leben. Bei schlanken Menschen bildet dagegen ein anderer Bakterienstamm die Mehrheit: Bacteroidetes. Diese Bakterien bewirken das genaue Gegenteil.

Mit Ballaststoffen und geeigneten Probiotika das Schlank-Programm einschalten

Bacteroidetes sind etwas schlampiger bei der Futterverwertung. Sie spalten die Nahrung nicht so feinsäuberlich auf, wie die Firmicutes. Dafür ziehen sie aber auch weniger Kalorien aus der Nahrung heraus. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass du leichter schlanker bleibst. Wer also abnehmen möchte, muss das Verhältnis zwischen den beiden Bakterienstämmen ändern und zwar zugunsten der Schlankmacher-Bakterien Bacteroidetes. Das ist ganz einfach: Bacteroidetes lieben ballaststoffreiche Lebensmittel, dann vermehren sie sich. Und wenn sie sich vermehren, werden die Firmicutes zurückgedrängt. Idealerweise liegt das Verhältnis bei 1 zu 1, dann läuft dein Stoffwechsel im Schlank-Programm.

Nüsse, Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte sind die bevorzugte Nahrung der Bacteroidetes. Die European Food Safety Authority (EFSA) empfiehlt, 25 Gramm Ballaststoffe am Tag zu konsumieren. Das sind etwa drei Scheiben Vollkornbrot, oder eine Portion Früchtemüsli, zirka drei Kartoffeln, zwei Möhren, zwei Kohlrabi oder ein Apfel.

Dr. Dr. med. Winfried Miller