SARS-CoV-2 scanning electron microscope imageOb asymptomatische Kinder (RKI: bei bis zu 50% der infizierten Kinder) als Super-Spreader einzuschätzen sind, wurde in den vergangenen Tagen in den Medien immer wieder diskutiert. Der Ausgang dieser Diskussion wird entscheidend dafür sein, ob Kitas, Kindergärten und Grundschulen bald wieder öffnen werden oder nicht.

Datenanalysen von einer isländischen Forschergruppe weisen darauf hin, dass sich Kinder unter 10 Jahren deutlich seltener mit dem SARS-CoV 2 Virus infizieren.

Niemand weiß genau, ob sich Eltern bei Ihren Kindern mit SARS-CoV 2 infizieren können oder ob es eher umgekehrt ist. Die WHO geht davon aus, dass sich Kinder vermehrt bei Erwachsenen anstecken und nicht umgekehrt.

Infizierte Kinder haben häufiger als Erwachsene einen milden oder asymptomatischen Verlauf und werden daher oft nicht auf Grund von Symptomen, sondern im Rahmen einer Kontaktpersonen-Nachverfolgung positiv getestet (Quelle: RKI)

Laut RKI tragen Kinder vermutlich relevant zur Verbreitung von SARS-CoV 2 bei. In einem RKI-Bericht heißt es: „Auf Grund der verschiedenen und engen außerschulischen Kontakte ist zudem von einem Multiplikatoreffekt mit Ausbreitung in den Familien und nachfolgend in der Bevölkerung auszugehen.“ Laut neuester Einschätzung des RKI sind Kinder jeden Alters genauso ansteckend wie Erwachsene.

Ob Kinder bis 10 Jahren genauso empfänglich wie Erwachsene für den Virus sind ist unbekannt. Die isländische Studie spricht dagegen. Ob infizierte Kinder Krankheitssymptome nach dem COVID-19 Bild der Erwachsenen ausbilden ist ebenfalls unbekannt. Es sieht eher danach aus, dass die Symptome viel leichter sind und deshalb eventuell gar nicht als COVID-19-Symptomatik eingeordnet werden.

In Spanien, Italien, Großbritannien, Schweiz und aktuell auch in Deutschland (Uniklinik Dresden) wurden jetzt Kinder in Kliniken mit einem bis dahin seltenen Krankheitsbild vorgestellt: dem Kawasaki-Syndrom. Ein Zusammenhang mit einer SARS-CoV 2-Infektion wird diskutiert. In Deutschland beschäftigt sich Dr. André Jakob, Oberarzt der Abteilung Kinderkardiologie und pädiatrische Intensivmedizin am Klinikum Großhadern seit vielen Jahren mit diesem Krankheitsbild. Er leitet deutschlandweit die größte Forschungseinheit zum Kawasaki-Syndrom. Bisher gibt es nach seiner Auffassung keinen Zusammenhang zwischen SARS-CoV 2-Infektion und dem Kawasaki-Syndrom. Wenn Kinder nach einer SARS-CoV 2-Infektion mit einer überschießenden Immunreaktion (Entzündungsreaktion) reagieren, dann ist regelmäßig eine intensiv-medizinische Therapie (meistens mit Beatmungsnotwendigkeit) angezeigt.

WM