"Avoid fatigue - Eat a lunch that packs a punch" - NARA - 513896
Die Myalgische Enzephalomyelitis (ME), manchmal auch verharmlosend Myalgische Enzephalopathie oder Chronisches Fatigue Syndrom (CFS) genannt, ist eine neuroimmunologische Erkrankung, die sich durch eine „lähmende“ körperliche und geistige Erschöpfung auszeichnet.

Hinzu kommt ein chronisches Krankheitsgefühl mit Schmerzen und oft auch Magen-Darm Beschwerden. Über die Ursachen von ME ist bis heute wenig bekannt. Sie tritt typischerweise nach Virusinfektionen wie etwa einer Grippe auf und hält mindestens 6 Monate, meist länger an.

Viele Ärzte erkennen die Erkrankung nicht an, ordnen sie als „psychosomatisch“ ein oder halten sie für eine Begleiterscheinung einer Depression. Der Grund, weshalb Ärzte die Symptome häufig nicht richtig zuordnen ist, dass sie sich mit vielen anderen Erkrankungen überschneiden.

Um auch Allgemeinärzten die Diagnose zu erleichtern, hat das Institute of Medicine (IOM) die Erkrankung nun neu definiert und umbenannt in „Systemische Belastungsintoleranz-Erkrankung“ auf englisch: SEID – Systemic Exertion Intolerance Disease; wiederum eine eher verharmlosende Bezeichnung.

 

Einige Kriterien für eine zielgerichtete Diagnose der ME:
• Betroffene berichten, sich nach einer „Erkältung“ oder einer „verschleppten Grippe“ monatelang nicht erholt zu haben
• Typischerweise ausgeprägte, lähmende Müdigkeit; das ist aber nicht das Leitsymptom
• Schläfrigkeit (hoches Schlafbedürfnis)
• Ausgeprägte Muskelerschöpfbarkeit
• chronische Schmerzen im gesamten Körper
• monatelanges Krankheitsgefühl
• kognitive Störungen (Denken, Erinnern, etc.)
• orthostatische Tachykardie-Syndrom („Kreislaufschwäche“)
• Reizdarmsyndrom

Bis zu 25% der ME-Patienten sind ans Haus gebunden und können einfache Verrichtung nicht mehr selbständig ausführen.
Die Lebensqualität der Betroffenen ist stark eingeschränkt.

 

Wie erklärt man sich inzwischen dieses Krankheitssyndrom?

Infektionen (meist Virusinfekte) bzw. Umwelteinflüsse sollen im Körper Immunsystemreaktionen auslösen, die fehlgesteuert in eine chronische Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks münden und dadurch auch das vegetative Nervensystem und die Hormonachsen stören.

Wenn man bei diesen Patienten dann einen Immunstatus macht (eine Laboruntersuchung), dann sieht man sehr schnell die immunologische Problematik.
Forscher haben bei Patienten mit ME einen Zusammenhang mit einer Ebstein-Barr-Virus-Infektion (EBV) festgestellt. Bei ME-Patienten tritt wiederum das Non-Hodgkin-Lymphom häufiger auf, welches ebenfalls mit einer EBV-Infektion in Zusammenhang gebracht wird.

 

Behandlungsstrategien?
An vorderster Stelle steht die Akzeptanz, dass es dieses Erkrankungsbild tatsächlich gibt und es sich nicht um „Hirngespinste“ von Simulanten bzw. um „Psychosomatiker“ oder latent Depressive handelt.

Begleitende symptomatische Behandlung von Schlafstörungen, Reizdarmsyndrom oder generalisierten Schmerzen.

In Nordamerika versucht man inzwischen mit immunmodulatorischen Medikamenten das Krankheitsbild zu behandeln. Dazu werden das Virostatikum Valganciclovir, der Anti-CD20-Antikörper Rituximab oder Rintatolimod eingesetzt.

Aus naturheilkundlicher Sicht kann anhand eines aktuellen Immunstatus ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden. Dazu gehören ebenfalls immunmodulierende Verfahren, die aber, im Unterschied zu den vorgenannten Verfahren, gut vertragen werden.

Der Effekt therapeutische Maßnahmen auf das gestörte Immunsystem wird dabei regelmäßig kontrolliert. Strategische Anpassungen sind dadurch zeitnah möglich.
(Winfried Miller)

Einige Links zum Krankheitssyndrom ME:
http://www.genuk-ev.de/cfs.html

http://www.fatigatio.de/leben-mit-cfs/cfs-me-onlinetest/

Hierzu ein aktueller Link zu einem Beitrag in der Zeitschrift „Der Tagesspiegel“ vom 27.07.2020